Alles Handeln geht von Vorstellungen aus, alles Denken ist mit der Wirklichkeit über sinnliche Wahrnehmung verbunden. Das Besondere in diesem Kreis des Gestaltens ist die Fähigkeit des menschlichen Gehirns, Erfahrungen über lange Zeit zu speichern und das Denken und Handeln durch Vergegenwärtigung von Wissen anzureichern.
Schöpferisches Handeln lebt von der bewussten Wahrnehmung ebenso wie von dem gespeicherten Wissen, in dem weite Horizonte menschlicher Erfahrungen bewahrt sind. Schöpferisches Handeln liegt nicht nur künstlerischer Arbeit zugrunde, sondern berührt alle Lebensbereiche. Kreativität entwickelt sich nur, wenn schöpferisches Denken und strukturierendes Planen Hand in Hand gehen.
Unsere westliche hochorganisierte und technisierte Gesellschaft ist stark auf das logisch-lineare Denken fixiert. Das zeigt sich zum Beispiel in den Ausbildungsbereichen Schule und Hochschule. Das für die Entwicklung der Persönlichkeit bedeutende ästhetischen Denken wird oft gering geschätzt, teilweise sogar völlig vernachlässigt. Viele Forscher und Künstler äußern sich kritisch zu dieser ‚Schieflage’. Sie meinen, dass viele Probleme, mit denen wir es zu tun haben, aus diesem Missverhältnis resultieren. Es gibt zahlreiche Vorschläge für Korrekturen in Wahrnehmung, Denken und Handeln, an die es sich anzuknüpfen lohnt.
|